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Was ChatGPT über Sie weiß

ChatGPT merkt sich mehr als Sie denken – so finden Sie es heraus

ChatGPT speichert seit einem Update im Juni 2026 automatisch Erinnerungen aus Gesprächen – ohne dass der Nutzer etwas anfordert. OpenAI hat die Funktion mit einer sogenannten „Traum"-Funktion überarbeitet, die im Hintergrund Einträge sortiert und bei jeder Interaktion das Nutzerprofil verfeinert. Laut t3n zählte der Chatbot im Juni 2026 über eine Milliarde monatliche Nutzer; OpenAI selbst sprach im Februar noch von 900 Millionen pro Woche.

In einem Betrieb, in dem Mitarbeiter den Chatbot für Mails, Protokolle oder Kundenanfragen nutzen, sammelt sich so ein Profil an, das niemand explizit freigegeben hat. t3n beschreibt es konkret: Wer eine Woche lang Reparaturanleitungen recherchiert, gilt danach als Heimwerker. Wer nach Orten in der Nähe eines Reiseziels sucht, dem unterstellt die KI womöglich, dort zu wohnen. Jede weitere Antwort baut auf diesem Kontext auf und kann Annahmen enthalten, die der Mitarbeiter für neutral hält. heute.at berichtet von einem Test, in dem ChatGPT Interessen, Nutzungsgewohnheiten und sogar den ungefähren Wohnort des Nutzers wiedergab – inklusive Browser und Betriebssystem.

Wo das Gedächtnis liegt und wie es funktioniert

OpenAI unterscheidet laut chatai.de zwei Ebenen: ausdrücklich abgelegte Erinnerungen, etwa durch den Befehl „Merke dir, dass ich Vegetarier bin", und Hinweise, die der Chatbot still aus früheren Gesprächen zieht. Seit der „Traum"-Funktion im Juni 2026 entscheidet ChatGPT selbst, was wichtig genug ist, um gespeichert zu werden. Die manuelle Anweisung „Merke dir das" ist nicht mehr nötig – das ist bequemer, macht aber auch falsche Annahmen wahrscheinlicher.

Die Einstellungen finden Sie im Profil unter „Personalisierung", Abschnitt „Gedächtnis". Dort gibt es einen Schalter zur Aktivierung und Deaktivierung sowie den Menüpunkt „Verwalten", in dem das gespeicherte Profil einzeln korrigiert oder gelöscht werden kann. Wird der Schalter deaktiviert, merkt sich ChatGPT nichts Neues mehr und bezieht sich nicht auf bestehende Erinnerungen – diese bleiben aber erhalten, falls die Funktion später wieder aktiviert wird.

Ein Detail, das in der Praxis oft übersehen wird: antwort.net weist darauf hin, dass archivierte Chats weiterhin zum Gedächtnis des Modells zählen, solange die Speicherfunktion aktiviert ist. Ein archivierter Chat bleibt im Konto gespeichert; ein gelöschter Chat ist unwiderruflich weg. Für sensible Themen bietet ChatGPT temporäre Chats an, in denen keine Informationen gespeichert werden und die Gespräche beim Schließen des Fensters verschwinden.

Was jetzt zu tun ist

  1. Öffnen Sie in ChatGPT unter Profil > Einstellungen > „Personalisierung" den Abschnitt „Gedächtnis" und gehen Sie unter „Verwalten" die gespeicherten Einträge durch. Prüfen Sie, ob Annahmen enthalten sind, die nicht stimmen – und löschen Sie sie.
  2. Deaktivieren Sie den Schalter, wenn das Team den Chatbot primär für einmalige Aufgaben nutzt. Bestehende Erinnerungen bleiben erhalten, werden aber nicht mehr in Antworten einbezogen. Wenn Sie die Funktion später wieder brauchen, aktivieren Sie den Schalter erneut.
  3. Vereinbaren Sie im Team, dass für sensible Themen – Kundenanfragen mit personenbezogenen Daten, interne Bewertungen – temporäre Chats genutzt werden. Hier speichert ChatGPT nichts, und der Verlauf verschwindet mit dem Fenster.

Das Ärgerliche an der Sache: Man merkt es erst, wenn die Antwort schon schief ist, weil der Chatbot still eine Annahme aus dem Hintergrund einbaut. Wer jetzt unsicher ist, ob die eigenen Chats noch saubere Antworten liefern, hat damit schon die richtige Frage gestellt. Wenn Sie möchten, dass wir einmal durch die ChatGPT-Einstellungen Ihres Teams schauen und prüfen, was gespeichert ist und was gelöscht werden sollte, melden Sie sich einfach über die Kontaktseite.

Beitragsbild: Sora Shimazaki auf Pexels

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