
Google Home Speaker lädt unbemerkt hunderte Gigabyte
Am 20. Oktober 2026 berichten mehrere Nutzer, dass ihre Google-Home-Lautsprecher ohne erkennbaren Grund Hunderte Gigabyte an Daten herunterladen. 9to5Google konnte das Verhalten reproduzieren, und Google hat gegenüber der Redaktion bestätigt, dass es sich um einen unbeabsichtigten Fehler handelt. Ein Bugfix sei bereits im Rollout, wie blogspan.net am selben Tag zusammenfasst.
Für einen Betrieb mit einem Google Home Speaker im Empfangsbereich oder einem Mitarbeiter, der das Gerät zu Hause auf einer firmenbezogenen 5G-Leitung nutzt, ist das kein Kosmetikproblem. Bei einer getakteten Verbindung oder einer Datenvolumen-Obergrenze kann das schnell die Grenze sprengen: Die Leitung wird gedrosselt, der Mitarbeiter verliert die Verbindung mitten im Video-Call, und die IT merkt es erst, wenn die zweite Beschwerde kommt. Bei DSL oder Glasfaser mit Flatrate bleibt es ein Eintrag in der Router-Statistik, den man erst bemerkt, wenn man gezielt hinschaut.
Zahlen, die nicht hinhauen
Der neue Google Home Speaker ist seit August in Deutschland für 119,99 Euro im Handel. Er verfügt über 1 GB Arbeitsspeicher und 4 GB eMMC-Speicher. Die gemeldeten Downloadmengen übersteigen diese Kapazität um ein Vielfaches: Ein Nutzer dokumentierte 287 GB an einem Tag für drei Lautsprecher, die laut dessen Angabe im Monat nur etwa 20 Minuten für Musikabspielen genutzt werden. Ein weiterer berichtet von 6 TB im Monat, wie Golem berichtet. Abner Li von 9to5Google maß an seinem eigenen Gerät 132 GB in 30 Tagen, davon 41 GB allein am 13. Oktober. In 24 Stunden ohne Sprachbefehl oder Musikabspielung: 17 GB, davon knapp 10 GB um drei Uhr nachts. Ein kaum genutztes zweites Gerät kam im selben Monat auf 2 GB. Die Nest Hubs im selben Haushalt zeigten das Verhalten nicht.
Die Ursache hat Google nicht benannt. GoogleWatchBlog beschreibt es so, dass der Lautsprecher die Daten herunterlädt, sofort wieder verwirft und erneut lädt. Das passt zur Speicherlogik: 4 GB internen Speicher können 132 GB nicht aufnehmen. Zu Ursache, Fix-Version und konkretem Zeitplan sagt Google nichts weiter.
Was jetzt zu tun ist
- Die Verbrauchsanzeige des Routers aufrufen und den Verbrauch pro Gerät prüfen. Bei Nest-Wifi-Nutzern zusätzlich die Geräteübersicht in der Google-Home-App kontrollieren. Ein Lautsprecher, der ungenutzt zweistellige Gigabyte pro Tag lädt, ist ein Fehler, kein normales Update.
- Den Lautsprecher neu starten und die Google-Home-App auf den aktuellen Stand bringen. Google hat bestätigt, dass ein Fix im Rollout ist; ein Neustart kann beschleunigen, ob das Update bereits angekommen ist.
- Falls die Datenmengen nach ein bis zwei Tagen nicht nachlassen: das Gerät von der getakteten Leitung trennen oder auf ein WLAN mit Flatrate umstecken, bis der Bugfix nachweislich verteilt wurde.
Das Ärgerliche an so einem Fehler: Man merkt ihn erst, wenn die Rechnung kommt oder die Leitung gedrosselt wird. Ein Lautsprecher, der nachts um drei Uhr leise vor sich hin brummt, während er 17 GB zieht, sieht von außen aus wie ein Gerät, das schläft. Wer jetzt unsicher ist, ob die eigenen Smart-Home-Geräte in der Router-Statistik noch im grünen Bereich liegen, hat damit schon die richtige Frage gestellt. Und falls ein Home Speaker im Büro hängt und die Leitung getaktet ist, schauen wir uns das gerne einmal an – hier erreichen Sie uns.
Beitragsbild: Anete Lusina auf Pexels
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