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Update löscht Office-Lizenzen

Microsoft stoppt Update, das Office-Lizenzen löscht

Microsoft hat die Verteilung des Updates KB5002907 gestoppt, nachdem das Update auf zahlreichen Rechnern gekaufte Office-2016- und Office-2019-Installationen deaktiviert oder komplett entfernt hat. Erste Berichte gingen am 24. September 2026 ein; BleepingComputer dokumentiert, dass ein belgischer IT-Dienstleister innerhalb von etwa zehn Minuten fünf unabhängige Kunden mit Dutzenden betroffenen PCs meldete.

Betroffen sind ausschließlich einmalig gekaufte Lizenzen – die sogenannten Perpetual-Lizenzen von Office 2016 und 2019, konkret die Variante „Home & Business". Microsoft-365-Abonnements sind nach aktuellem Berichtsstand nicht betroffen. In der Praxis merkt man das an zwei Symptomen: Entweder zeigt Office beim Start einen gelben Warnbanner mit dem Hinweis auf eine ablaufende Lizenz, oder die Anwendung ist nach einem Neustart schlicht verschwunden. Für einen Betrieb mit zwanzig bis hundert Arbeitsplätzen heißt das: Auf manchen Rechnern fehlt mitten in der Woche Word, Excel und Outlook – und niemand weiß sofort, woran das liegt.

Was technisch passiert ist

KB5002907 trägt den Titel „Optional update for out-of-date Microsoft 365 Apps installations" und richtet sich offiziell an Microsoft-365-Apps-Installationen, die seit mehr als 90 Tagen keine Updates mehr erhalten haben und im Current Channel oder Monthly Enterprise Channel laufen. In der Praxis greift es aber auch dort ein, wo gar kein Microsoft 365 installiert ist, sondern eine gekaufte Office-Vollversion. Der IT-Dienstleister Christian Van Hautte aus Belgien beschrieb gegenüber BleepingComputer, dass das Update die bestehende Office-Installation entfernt und neu einspielt oder migriert – statt sie einfach zu patchen. Auf Systemen mit gemischter Bit-Architektur, etwa 32-Bit-Office 2016 oder 2019 neben einer separat installierten 64-Bit-Access-Runtime, schlägt diese Neuinstallation fehl, weil das Office-Setup keine gemischten Bitversionen zulässt. Am Ende bleibt kein Office mehr übrig. Microsoft hat diese Ursache für den Mix aus 32- und 64-Bit-Komponenten bislang nicht bestätigt.

Besonders ärgerlich: Das Update ist in der Windows-Update-Übersicht als „optional" markiert, installierte sich auf den betroffenen Systemen aber automatisch. In kleineren Betrieben, die Windows Update auf Standardeinstellungen laufen lassen und keine eigene WSUS- oder Intune-Steuerung nutzen, kommt ein solches KB einfach durch, bevor jemand davon hört. Microsoft selbst bestätigt in seinem Support-Beitrag: „Microsoft is investigating reports of unexpected results on some devices running Office 2016 or Office 2019 after this update is installed." Betroffene Installationen zeigen in einigen Fällen einen Lizenzverlust, in seltenen Fällen wurde Office komplett entfernt.

Office 2016 und 2019 sind seit Oktober 2025 offiziell aus dem Support genommen (windowspower.de). Microsoft ist damit zu keinem Fix verpflichtet – was den Fall aus Herstellersicht heikel macht. Trotzdem laufen beide Versionen in vielen Betrieben noch produktiv, gerade weil sie einmalig gekauft statt abonniert wurden.

Was jetzt zu tun ist

  1. Prüfen Sie in der Windows-Update-Historie, ob KB5002907 auf Ihren Rechnern installiert wurde. Ist es noch nicht installiert und Sie betreiben Office 2016 oder 2019 mit Kauflizenz: das Update unter „Optionale Updates" in den Windows-Einstellungen ausblenden und erst nach Vorliegen eines korrigierten Builds nachholen.
  2. Zeigt Office eine Aktivierungswarnung: die betroffene Anwendung öffnen, im Aktivierungsdialog den originalen Produktschlüssel erneut eingeben. Erscheint kein Dialog, unter „Datei" > „Konto" die Verknüpfung mit dem Microsoft-Konto prüfen und sich neu anmelden.
  3. Ist Office komplett verschwunden: die Setup-Datei aus dem eigenen Microsoft-Konto herunterladen, Office neu installieren und anschließend den Produktschlüssel erneut aktivieren.

Das Ärgerliche an der Sache: Man hat sich vor Jahren bewusst für den einmaligen Kauf entschieden, gerade um von der laufenden Update-Maschinerie unabhängig zu sein – und genau diese Entscheidung wird jetzt durch ein Update torpediert, das für andere Fälle gedacht war. Wer jetzt unsicher ist, ob auf den eigenen Rechnern eine gemischte 32-/64-Bit-Konfiguration am Werk ist oder ob der Produktschlüssel noch irgendwo liegt, hat damit schon die richtige Frage gestellt. Wir schauen uns das gerne einmal an – von der Lizenzprüfung auf den betroffenen Rechnern bis zur sauberen Update-Strategie für die nächsten Monate. Hier erreichen Sie uns.

Beitragsbild: cottonbro studio auf Pexels

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