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Ein Assistent, drei Werkzeuge, eine Oberfläche

Anthropic vereint Claude Chat, Cowork und Artifacts

Anthropic vereint seine bislang getrennten Arbeitsbereiche Claude Chat, Claude Cowork und Claude Artifacts in einer einzigen Oberfläche. Parallel dazu kündigt der Anbieter zwei neue Werkzeuge an, Claude Docs und Claude Slides, und macht Claude Design innerhalb normaler Unterhaltungen nutzbar. Die Zusammenführung soll in den kommenden Wochen für Pro- und Max-Nutzer ausgerollt werden, wie heise am 16. September 2026 berichtet.

Bisher mussten Nutzer beim Start eines Chatfensters entscheiden, ob es ein regulärer Chat oder eine Cowork-Session sein soll, in der Claude auf lokale Dateien zugreift und Werkzeuge einsetzt. Diese Vorabentscheidung entfällt künftig: Man startet eine Session und Claude wählt selbst, was die Aufgabe erfordert, und zieht Kontext, Skills und Connectoren hinzu. Für einen Betrieb mit zwanzig bis achtzig Mitarbeitern heißt das konkret: Wer Claude bereits für Textarbeit nutzt und daneben Cowork für die Arbeit mit lokalen Dateien betreibt, bekommt ab jetzt ein durchgängiges Werkzeug. Die Frage, ob eine Aufgabe in den Chat oder in die Cowork-Session gehört, stellt sich nicht mehr. Ob die automatische Zuordnung in der Praxis zuverlässig funktioniert, lässt sich vor dem Rollout nicht beurteilen – das wird sich an den ersten Arbeitstagen zeigen.

Was technisch neu ist

Die drei neuen Werkzeuge sind vorerst als Beta deklariert und bleiben Bezahltarifen vorbehalten. Claude Docs erlaubt es, ein Dokument gemeinsam mit dem Chatbot zu schreiben: Claude entwirft Abschnitte, stellt Rückfragen und kommentiert Entscheidungen. Exportziele sind Google Docs und Microsoft Word, weitere sollen folgen. Claude Slides erzeugt Foliensätze, die direkt in Claude bearbeitet werden können, statt sie herunterzuladen und in PowerPoint zu öffnen. Ein Download als PowerPoint oder PDF bleibt vorgesehen. Claude Design erzeugt auf Zuruf einseitige Visuals oder Grafiken, exportierbar als Bild oder PDF.

In Unternehmen entscheiden die Administratoren, wann sie die Funktionen freischalten. Inhabern von Unternehmenskonten kündigt Anthropic Änderungen per Mail mindestens 30 Tage im Voraus an. Die Zusammenführung selbst startet mit den Pro- und Max-Tarifen, weitere Abo-Stufen sollen folgen.

Ergänzend dazu hat Anthropic bereits am 26. August 2026 einen integrierten Browser für Claude Cowork angekündigt, der direkt im Seitenpanel der Desktop-Anwendung operiert und eigenständig Webseiten navigieren sowie Formulare ausfüllen kann, wie borncity.com berichtet. Verfügbar ist das Feature für die Pläne Pro, Max und Team, auf macOS, Windows und Linux.

Was jetzt zu tun ist

  1. Prüfen Sie, welche Claude-Pläne bei Ihnen aktiv sind und ob Sie Pro, Max oder Team nutzen. Nur dann sind die neuen Funktionen überhaupt relevant. Wer noch auf dem Free-Plan sitzt, wird Docs, Slides und Design nicht bekommen.
  2. Wenn Sie ein Unternehmenskonto betreiben: Informieren Sie Ihr Team über die 30-Tage-Frist. Anthropic kündigt Änderungen per Mail an – lesen Sie diese Mail, bevor die neue Oberfläche live geht, und besprechen Sie intern, welche Abteilung zuerst umsteigt.
  3. Definieren Sie eine kurze Nutzungsrichtlinie: Welche Daten dürfen in Claude rein, welche nicht, und wer ist für die Freischaltung neuer Funktionen verantwortlich. Das kostet einen Nachmittag und erspart Ihnen Diskussionen, wenn die Beta-Funktionen plötzlich verfügbar sind.

Das Schöne an der Zusammenführung: Man muss sich nicht mehr merken, in welchem Fenster man gerade war. Das Ärgernliche: Die Beta-Funktionen sind so, wie Beta-Funktionen sein – sie funktionieren, aber nicht immer dort, wo man sie erwartet. Wer jetzt unsicher ist, ob die eigene Claude-Nutzung sauber aufgesetzt ist und die neuen Werkzeuge sinnvoll in den Arbeitsalltag passen, hat damit schon die richtige Frage gestellt.

Wir schauen uns das gern konkret an – von der Plan-Einstellung bis zur Nutzungsrichtlinie. Melden Sie sich einfach über die Kontaktseite, auch wenn es nur eine kurze Frage ist.

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