Microsoft verteilt Notfallupdates nach fehlerhaftem September-Patchday
Microsoft hat am 14. September 2026 außerplanmäßige Out-of-Band-Updates für Windows 11, Windows 10 und Windows Server veröffentlicht, um Fehler zu beheben, die das reguläre September-Update KB5124008 auf einem erheblichen Teil der Rechner ausgelöst hat. Golem.de dokumentiert die drei von Microsoft benannten Problemfelder: Remote-Desktop-Verbindungen, Ordnerfreigaben in Hyper-V-Linux-Umgebungen und USB-Audiogeräte. Betroffene sollen die jüngsten Notfallupdates zeitnah einspielen.
Wer im Betrieb Remote Desktop Services einsetzt, hat die Ausfälle vermutlich schon gespürt: Neue Sitzungen ließen sich nicht aufbauen, die Anmeldung blieb an der Meldung „Please wait for the Remote Desktop Configuration" hängen, und in manchen Fällen reagierten weder der Datei-Explorer noch die Microsoft Management Console. connect berichtet, dass in betroffenen Umgebungen auch der Explorer und die MMC komplett einfroren. In Umgebungen, in denen Windows-Ordner über das Plan9-Protokoll mit Linux-Virtual Machines geteilt werden – typischerweise WSL oder Claude Cowork –, verschwanden die freigegebenen Verzeichnisse aus der Gastumgebung. Und bei USB-Audio-Class-1.0-Geräten fiel der Ton teilweise komplett aus; der Gerätemanager meldete den Fehlercode 10. ComputerBase beschreibt den Geräteausfall als schwerwiegenderen Fehler, der auch nach dem Notfallpatch bestehen bleibt.
Was das Update technisch enthält
Das Kernstück ist KB5129195 für Windows 11 24H2 und 25H2, das als verpflichtendes kumulatives Out-of-Band-Update über Windows Update verteilt wird. Die Build-Nummer steigt unter 25H2 auf 26200.9457, unter 24H2 auf 26100.9457. Für Windows 11 26H1 lautet die Kennung KB5129194, für Windows 10 KB5129236. Microsoft hat zusätzlich Patches für Windows Server 2016 (KB5129239), 2019 (KB5129238), 2022 (KB5129237) und 2025 (KB5129235) bereitgestellt. Golem.de führt die vollständige Liste auf. t-online ergänzt, dass für Windows 11 23H2 ein optionales Update ohne Sicherheitsanteil unter der Kennung KB5129242 bereitsteht, das manuell angestoßen werden muss.
Neben den Fehlerkorrekturen schließt das Update die Sicherheitslücke CVE-2026-62721 im Windows User-Mode Power Service (UMPS). Ein Angreifer mit lokalem Zugriff konnte darüber SYSTEM-Berechtigungen erlangen. Microsoft stuft ein Aufkommen entsprechender Angriffe als „eher wahrscheinlich" ein. Auffällig: Unter Windows 10 und Server war die Lücke zum September-Patchday bereits geschlossen – für Windows 11 hatte Microsoft die fertige Korrektur schlicht nicht mitgeliefert und liefert sie nun nach. In der Version 26H1 behebt das Update zusätzlich die Schwachstelle CVE-2026-85921, wie t-online berichtet.
Bei den USB-Audiogeräten ist die Korrektur unvollständig: Der Mehrkanalbetrieb – acht Kanäle, 3D-Audio – funktioniert wieder, aber Geräte, die gar nicht erst starten, bleiben ohne Ton. ComputerBase verweist auf die Fehlermeldung „This device cannot start (Code 10)". Microsoft arbeitet an einem Folgeupdate. Ebenfalls weiterhin offen sind gemeldete Probleme mit dem Datei-Explorer (Abstürze, schwarzer Bildschirm, insbesondere in Umgebungen mit Citrix UPM oder FSLogix), dem Dateiversionsverlauf und AMD-Radeon-Grafikkarten. connect berichtet zudem über gestörte Domänen-Vertrauensstellungen, die mit der Funktion Machine Identity Isolation zusammenhängen könnten; Microsoft hat dies bislang nicht offiziell bestätigt.
Was jetzt zu tun ist
- Prüfen Sie über Windows Update, ob KB5129195 (bzw. die für Ihre Version relevante Kennung) bereits eingespielt wurde. Für Windows 11 24H2, 25H2 und 26H1 wird das Update automatisch ausgeliefert; für Windows 10 22H2 und Windows 11 23H2 ist es optional und muss manuell angestoßen werden. Ein Neustart ist mindestens einmal erforderlich, bei gleichzeitigen Secure-Boot- oder Firmware-Updates auch mehrfach.
- Nach der Installation: Remote-Desktop-Verbindungen und WSL-Ordnerzugriffe aktiv testen. Falls die Meldung „Please wait for the Remote Desktop Configuration" weiterhin erscheint, die Deinstallation von KB5124008 als Zwischenmaßnahme erwägen – Microsoft gibt an, dass dies nach KB5129195 nicht mehr erforderlich sein sollte.
- Bei USB-Audiogeräten mit Fehlercode 10 im Gerätemanager: Hier hilft das aktuelle Update nicht. Microsoft hat ein Folgeupdate angekündigt. Bis dahin bleibt die Deinstallation des September-Updates die einzige Möglichkeit, den Ton wiederherzustellen.
Das Ärgerliche an der Geschichte: Man muss erst ein Update installieren, um ein zweites zu installieren, das den Schaden des ersten rückgängig macht – und das zweite behebt dann immer noch nicht alles. Wer jetzt unsicher ist, ob die eigenen Rechner sauber durch die Patches gekommen sind und RDP, WSL oder Audiogeräte ordentlich laufen, hat damit schon die richtige Frage gestellt. Wir schauen uns das gern einmal konkret an – hier erreichen Sie uns.
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