Microsoft kürzt OneDrive-Speicher auf zwei Terabyte
Statt eines individuellen Kontingents von einem Terabyte pro Nutzer gibt es künftig einen gemeinsamen Speicherpool, den sich bis zu sechs Personen teilen. Für Neukunden gilt die Änderung bereits; Bestandskunden wird sie bei der ersten Verlängerung nach dem 2. Mai 2027 umgestellt.
Wer in einer kleinen Praxis, einer Kanzlei oder einem Familienbetrieb die Microsoft-365-Family-Lizenz nutzt, um auf mehreren Rechnern Word, Excel und Outlook zu betreiben, und gleichzeitig den OneDrive-Speicher für Verträge, Scans oder Bilddateien nutzt, dem fällt diese Änderung direkt auf den Tisch. Bisher hatte jeder der sechs Nutzer sein eigenes Terabyte. Künftig teilen sich alle einen Pool von zwei Terabyte. Rechnet man es durch: Belegt ein Nutzer 1,5 Terabyte, bleiben für die restlichen fünf Personen zusammen 500 Megabyte. Und Mail-Anhänge in Outlook.com zählen zu diesem Kontingent, was die praktische Reichweite weiter verkürzt.
Die Zahlen im Detail
Die Tarife bleiben preislich unverändert: Family kostet 129 Euro im Jahr, Premium 219 Euro, der Einzeltarif Single 99 Euro. Der Speicheranteil sinkt bei Family und Premium von sechs auf zwei Terabyte, bei Single bleibt es bei einem Terabyte pro Person. Microsoft 365 Pro, der auf Copilot und höhere Nutzungskontingente ausgerichtete Tarif, bietet laut Microsoft fünf Terabyte geteilten Speicher.
Zusätzlichen Speicher kann man nachkaufen: acht Euro pro Terabyte pro Monat. Wer das bisherige Sechs-Terabyte-Kontingent beibehalten will, zahlt zusätzlich 32 Euro monatlich – und zwar nur für das eigene Konto, nicht für die gesamte Familie. Bei Überschreitung des Pools können keine neuen Dateien hochgeladen werden; bereits gespeicherte Daten bleiben laut Microsoft ein Jahr lang zugänglich. Was danach passiert, verrät der Konzern nicht.
Die Umstellung erfolgt nicht am 2. Mai 2027 für alle gleichzeitig, sondern an dem individuellen Verlängerungstermin jedes Abonnements. Wer im Voraus bezahlt hat, behält das bisherige Kontingent bis zum Ablauf. Microsoft kündigt die Änderung per E-Mail an. Ein Tarifwechsel oder ein Neuabschluss vor dem Stichtag bedeutet dagegen sofort die neue Zwei-Terabyte-Regelung.
Ein Satz im Supportdokument fällt auf: Bestandskunden in „unterstützten Märkten", die bestimmte „Berechtigungsanforderungen" erfüllen, erhalten möglicherweise Bonusspeicher. Was das konkret bedeutet, wer betroffen ist und wie groß der Bonus ausfällt, bleibt offen.
Die Kürzung ist übrigens nicht ohne Präzedenzfall. 2015 hatte Microsoft den damals unbegrenzten OneDrive-Speicher begrenzt, nachdem einzelne Nutzer über 75 Terabyte belegt hatten.
Was jetzt zu tun ist
- Prüfen, wie viel Speicher aktuell belegt ist. Im OneDrive-Webportal unter „Speicher" steht der Verbrauch. Falls die Summe über zwei Terabyte liegt, steht die Umstellung bevor und es gilt, Daten lokal zu verlagern.
- Lokal ablegen, was nicht täglich gebraucht wird. Ein NAS, eine externe Festplatte oder ein robocopy-Task in der Windows-Aufgabenplanung auf einen lokalen Laufwerk reicht, um seltener benötigte Dateien aus der Cloud zu nehmen. Das kostet in der Anschaffung weniger, als 32 Euro monatlich für den Speicher-Nachkauf verbrannt werden.
- Den individuellen Verlängerungstermin im Microsoft-Konto prüfen. Solange das Abo vor dem 2. Mai 2027 verlängert wird, gelten die alten Konditionen. Wichtig: Ein Tarifwechsel oder ein Kündigen-und-Neuabschluss vor dem Stichtag macht den Bestandsschutz zunichte – dann gilt sofort die Zwei-Terabyte-Regelung.
Das Ärgerliche an der Sache: Microsoft verkauft die Kürzung als „mehr Flexibilität", weil sich der Speicher nun dort hinbewegt, wo er gebraucht wird. Nur dass zwei Drittel des Pools schlicht wegfallen, verschwindet in dieser Formulierung. Wer jetzt unsicher ist, ob die eigenen Dokumente und Scans nach der Umstellung noch sauber aufgeteilt sind oder ob ein lokales Spiegelverzeichnis sinnvoll wäre, hat damit schon die richtige Frage gestellt. Einmal durch Ihre Dokumentenablage schauen, den Speicherbedarf durchrechnen und einen robocopy-Task einrichten – das übernehmen wir für Sie. Hier erreichen Sie uns.
Beitragsbild: Tiger Lily auf Pexels
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