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Zehn Euro für hundert Länder

Simsalasim: Zehn Euro, hundert Länder, keine eigenen Masten

Lars Hinrichs, Gründer von Xing, kündigt mit Simsalasim einen Mobilfunktarif für zehn Euro im Monat an, der unbegrenzte Daten in 100 Ländern über eine eSIM bereitstellt. t3n berichtet am 5. Oktober 2026, der Start stehe unmittelbar bevor; auf der Website kann man sich bereits auf eine Warteliste setzen.

Wer regelmäßig auf Geschäftsreise ist, kennt die Situation: In der EU deckt das Roaming die Kosten, ab der nächsten Grenze wird es schnell teuer. Bei der Telekom kostet der Zusatztarif „Travel Mobil" für die Ländergruppen 2 und 3 rund 100 Euro pro Monat. Für ein Unternehmen mit zehn bis fünfzig Mitarbeitern, die regelmäßig international unterwegs sind, addiert sich das über ein Jahr hinweg zu einer spürbaren Position in der Betriebsausgabe. Simsalasim verspricht genau hier Abhilfe: ein einziger Tarif, eine eSIM, 100 Länder, zehn Euro. In 50 Ländern sind zusätzlich Telefonate und SMS enthalten. Das Handy darf dabei allerdings nicht als Hotspot für das Notebook dienen – wer remote arbeitet und das Diensthandy als Router nutzt, braucht weiterhin einen separaten Tarif.

MVNO im Telefónica-Netz, 25 Köpfe, KI statt Callcenter

Die Simsalasim Germany GmbH, 2024 in Berlin gegründet, arbeitet als virtueller Netzbetreiber im Netz von o2-Telefónica mit der Netzkennung 262-26. teltarif.de verweist darauf, dass die Meldung der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung inzwischen von mehreren Brancheninsidern bestätigt wurde. Die Bundesnetzagentur hat dem Unternehmen den Rufnummernblock 015-333 sowie eine eigene Portierungskennung zugeteilt. Eigene Funkmasten gibt es nicht: „Wir haben keine Funkmasten und betreiben keine klassischen Handy-Shops", sagte Hinrichs der Bild-Zeitung. t3n zitiert ihn mit dem Ziel, die Funktionen eines Telekommunikationsunternehmens mithilfe von KI abzubilden – das Konzept des „One-Person-Unicorns", also eines Startups mit Bewertung über einer Milliarde Dollar und im Idealfall nur einem Gründer.

Auf der US-Seite sammelte die Simsalasim Inc. aus New York laut einer Meldung an die SEC im April 2025 rund 4,8 Millionen Euro von elf Investoren. Dr. Web rechnet die Dollarbeträge mit 0,87 um. In Deutschland beschäftigt das Startup laut Bild 25 Personen. KI-Dienste übernehmen Programmierung, Abrechnung, Marketing und Kundenservice; dafür fallen laut FAZ knapp 80.000 Euro monatlich an, aufs Jahr gerechnet fast eine Million. Das ist kein verschwindender Posten, aber ein Bruchteil dessen, was ein klassisches Callcenter plus IT-Abteilung kosten würde.

Was jetzt zu tun ist

  1. Prüfen, ob die eigenen Standorte im Telefónica-Netz gut versorgt sind – nicht anhand der Abdeckungskarte, sondern mit einem kurzen Test an den tatsächlichen Arbeitsorten. Dr. Web rät dazu, die Versorgung an den eigenen Standorten zu messen, statt sich auf die Karte des Anbieters zu verlassen.
  2. Die Vertragsbedingungen zu Fair Use, Tethering und Laufzeit lesen, sobald sie veröffentlicht sind. Das OLG Koblenz hat im Juli eine Drosselklausel von 1&1 für unwirksam erklärt; klare Grenzen wie das Router-Verbot müssen in den AGB stehen, sonst bleibt der Tarif juristisch angreifbar.
  3. Die Versorgung im Ausland an den häufigsten Reisezielen hinterfragen: Welche Netze roamt Simsalasim dort an, und welche Datenraten sind realistisch? Dr. Web weist darauf hin, dass ein Kunde mit 20 Gigabyte Verbrauch in der EU dem ausländischen Netz bis zu 22 Euro an Großhandelskosten verursacht – mehr als das Doppelte des Monatspreises. Die Flatrate lebt von einer Mischkalkulation, und genau dort liegt die entscheidende Frage.

Das Aergerliche an unbegrenzten Tarifen: Man merkt die Grenzen erst, wenn man sie erreicht hat – und dann ist man schon im Ausland, im Zug, ohne WLAN. Wer jetzt unsicher ist, ob die eigenen Diensthandys auf der nächsten Reise sauber ins Netz gehen, hat damit schon die richtige Frage gestellt. Wir schauen uns das gerne konkret an, von der Netzabdeckung an Ihren Standorten über die Tarifstruktur bis zu den Vertragsklauseln. Melden Sie sich einfach: saarluxit.com/kontakt.

Beitragsbild: Gustavo Fring auf Pexels

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