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Erster Orbit, kaputte Triebwerke

Starship im Orbit – Triebwerke bremsen NASA aus

Am 28. September 2026 hat SpaceX mit dem Starship erstmals die Erdumlaufbahn erreicht und 26 Starlink-V3-Satelliten ausgesetzt – bei gleichzeitigem Ausfall mehrerer Raptor-Triebwerke. Parallel dazu hat ein US-Bundesberufungsgericht entschieden, dass Grenzbeamte das Handy eines Einreisenden ohne jeden Verdacht durchsuchen dürfen. heise online meldet beide Vorgänge am 30. September 2026.

Für Betriebe, die in der Luft- und Raumfahrt-Zulieferkette stehen oder auf Satellitenkommunikation setzen, sind die wiederkehrenden Triebwerksausfälle kein abstraktes Problem. Die NASA plant für Sommer 2027 eine Testmission in der Erdumlaufbahn im Rahmen von Artemis III und für 2028 die erste bemannte Mondlandung seit 1972 – beides hängt am Starship. SpaceX konkurriert dabei mit Blue Origin um den Auftrag, und wer in der Lieferkette steht, spürt jede Verzögerung. Die Handy-Durchsuchung an der US-Grenze betrifft dagegen jeden, der geschäftlich über die Grenze fährt: Das US-Bundesberufungsgericht für den zweiten Bundesgerichtskreis hat mit 2:1 Stimmen entschieden, dass kein Verdacht erforderlich ist, bevor ein Beamtes Ihr Telefon durchsucht. Der vierte Zusatzartikel der US-Verfassung, der gegen „unreasonable searches and seizures" (etwa: unzumutbare Durchsuchungen und Beschlagnahmen) schützen soll, greift an der Grenze nicht, weil US-Gerichte dortige Durchsuchungen als „reasonable" einstufen.

Raptor-3: Die Baustelle im Inneren

Die 124-Meter-Rakete hob um 14:48 Uhr MESZ vom privaten Raumfahrtbahnhof Starbase in Boca Chica, Texas, ab. Angetrieben wurde sie von 33 methangetriebenen Raptor-Triebwerken. Telepolis beschreibt den Ablauf: Auf der Oberstufe schaltete sich eines der sechs Raptor-Triebwerke während des Aufstiegs vorzeitig ab; die übrigen fünf brannten länger, um den Ausfall zu kompensieren. Nach der Trennung vom Super-Heavy-Booster zündete ein Meeresniveau-Raptor für 19 Sekunden und brachte das Starship auf eine Umlaufbahn in etwa 275 bis 276 Kilometern Höhe. Am Booster fielen zwei der 33 Triebwerke aus – eines beim Start, eines beim Rückkehrmanöver. Flugrevue beschreibt den Booster-Ausfall etwas anders: Ein Triebwerk fiel aus, ein zweites ließ sich für den „Boostback Burn" nicht erneut zünden, und beim „Landing Burn" zündeten nur elf von 13 Triebwerken. Während heise online von je einem Ausfall an Booster und Oberstufe spricht, nennen Telepolis und Flugrevue jeweils zwei am Booster. Die FAA sieht laut Telepolis keinen Anlass für eine formelle Untersuchung.

Die Probleme sind kein Einzelfall. SpaceX hat bei allen drei bisherigen Flügen mit dem neueren Raptor-3-Triebwerk Ausfälle verzeichnet – im Mai 2026 schaltete je ein Triebwerk an Booster und Oberstufe vorzeitig ab, im Juli zündeten mehrere Triebwerke auf dem Startplatz nicht. Elon Musk erklärte auf seiner Plattform X, das Raptor-3-Design reduziere zwar Masse und Leckagestellen, mache aber den Austausch einzelner Teile schwieriger. Das Innere weise eine komplexe Geometrie auf, die nur mit stark angepasstem metallischem 3D-Druck hergestellt werden könne. Der Raumfahrt-Ingenieur Dean Sladen vom Unternehmen Accu Components sagte gegenüber Reuters: „Der eigentliche Druck ist der Mond. Die Nasa braucht Starship für Artemis III."

Die 26 ausgesetzten Starlink-V3-Satelliten wiegen rund zwei Tonnen pro Stück und sollen je einen Terabit pro Sekunde ins Netzwerk einbringen – das Zehnfache der bisherigen Generation. Die Aussetzung erfolgte über ein Kabel-Rollen-System und dauerte laut Flugrevue rund 30 Minuten. Ursprünglich sollte das Starship sechs Erdumrundungen absolvieren und vor der Küste Chiles landen; stattdessen stürzte es nach gut drei Stunden kontrolliert nördlich von Hawaii in den Pazifik und brach beim Aufprall auseinander.

Was jetzt zu tun ist

  1. Wenn Ihr Betrieb in der Raumfahrt-Zulieferkette steht oder auf Satellitenkommunikation setzt: Prüfen, ob in Verträgen oder Projektplanungen feste Termine an die Starship- oder Starlink-Timeline gekoppelt sind. Die V3-Satelliten sollen laut SpaceX innerhalb weniger Wochen in Betrieb gehen, eine spürbare Kapazitätssteigerung kommt aber erst nach einer deutlich größeren Anzahl von V3-Starts. Wer Lieferfristen an die NASA-Zeitpläne koppelt, sollte Puffer einplanen.
  2. Für US-Geschäftsreisen: Vor der Abreise prüfen, welche Daten – Kundenstammdaten, Vertragsentwürfe, interne Kommunikation – auf dem Diensthandy sind. Das Gerichtsurteil macht eine Durchsuchung ohne Verdacht rechtmäßig; ein separates Gerät für die Reise oder das Bewusstsein, dass alles auf dem Display lesbar ist, sind die einfachsten Schutzmaßnahmen.
  3. Die Entscheidung, ob ein Triebwerksausfall ein Einzelteilversagen oder ein Konstruktionsproblem ist, steht noch aus. Wer in der Lieferkette von SpaceX oder NASA steht, sollte die Fehleranalyse abwarten, bevor er Kapazitäten oder Personal umschichtet – ein vorschnelles Umlenken auf alternative Termine kann teurer sein als die Verzögerung.

Das Schöne an der Raumfahrt: Wenn ein Triebwerk ausfällt, bricht nicht die Welt zusammen – es wird eine Stunde früher gelandet. Beim Handy an der US-Grenze ist die Verkürzung der Mission leider endgültig. Wer unsicher ist, was auf den Diensthandys der eigenen Reisenden wirklich drauf ist und wie man das für eine US-Abfertigung sauber aufteilt, kann sich bei uns melden – wir schauen uns das gemeinsam an: Kontakt.

Beitragsbild: Dmitry Alexandrovich auf Pexels

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