Windows 10 wird doppelt so teuer, Windows 11 zieht an
Windows 11 hat laut Statcounter einen globalen Marktanteil von 71,5 Prozent erreicht, während Windows 10 auf 27,77 Prozent abgerutscht ist, wie The Register am 5. Oktober 2026 berichtet. Der erste Jahrgang des Extended-Security-Update-Programms (ESU) für Windows 10 läuft aus, und Microsoft verdoppelt die Gebühr für Geschäftskunden im zweiten Jahr von 61 auf 122 Dollar pro Gerät.
Für einen Betrieb mit 20 bis 80 Arbeitsplätzen heißt das konkret: Jede Windows-10-Maschine, die noch läuft, kostet ab dem zweiten ESU-Jahr das Doppelte. Wer 30 Geräte im Bestand hat, zahlt 3.660 statt 1.830 Dollar allein für die Updates. Und das ist nur die Lizenz – nicht der Aufwand, die Geräte zu tauschen, Daten zu migrieren oder die Fachkraft, die noch an der alten Kiste hängt, umzusitzen. Im schlechtesten Fall läuft eine Maschine ohne Sicherheitsupdates, weil sich der Betrieb nicht entscheiden will, und genau diese Maschine wird zur Eintrittspforte.
Was die Zahlen konkret bedeuten
Die ESU-Gebühr gilt für kommerzielle Nutzer und verdoppelt sich jedes Jahr, maximal drei Jahre: 61 Dollar im ersten, 122 im zweiten, 244 im dritten. Voraussetzung ist Windows 10 in Version 22H2 und ein Microsoft-Konto, das bis zu zehn Geräte abdeckt. Für Privatnutzer im Europäischen Wirtschaftsraum bleibt die Teilnahme kostenlos; auch Windows-365-Nutzer sind ausgenommen. Außerhalb des EWR zahlen Privatnutzer einmalig 30 Dollar oder 1.000 Microsoft-Rewards-Punkte.
Die Statcounter-Zahlen, auf die sich The Register beruft, stammen aus einem Tracking-Code, der auf über einer Million Websites weltweit läuft. Das ist eine grobe Schätzung, keine Inventurliste. PC Games Hardware weist darauf hin, dass der deutsche Datensatz 2026 starke monatliche Schwankungen zeigt – Windows 7 pendelt zwischen 0,36 und 3,45 Prozent, was sich mit realem Nutzerverhalten kaum erklären lässt. Die Methode zählt Seitenaufrufe über Zählpixel, keine installierten Systeme.
Esben Dochy, Principal Technology Evangelist bei Lansweeper, sagt gegenüber The Register, dass Unternehmen in der ersten ESU-Jahres die leichteren Fälle abgearbeitet hätten. Was übrig bleibe, sei „stickier" – Geräte, an denen Hardware hängt, die unter Windows 11 nicht läuft. Für die sei ESU schlicht „the cost of doing business".
Was jetzt zu tun ist
- Bestandsaufnahme: Listen Sie alle Windows-10-Geräte auf und notieren Sie die installierte Version. Nur 22H2 qualifiziert sich für ESU. Alles ältere ist raus – da hilft kein Geld.
- Kostenrechnung: Multiplizieren Sie die Gerätezahl mit 122 Dollar (zweites ESU-Jahr) und vergleichen Sie das mit den Kosten für einen Neukauf inklusive Datenmigration. Bei 15 Geräten und weniger ist der Tausch in den meisten Fällen günstiger.
- ESU-Status prüfen: Wenn Sie im EWR sitzen und die Geräte unter 22H2 laufen, prüfen Sie, ob die Registrierung im Microsoft-Konto korrekt erfolgt ist. Bis zum 12. Oktober 2027 bleiben die Updates für Privatnutzer im EWR kostenlos – für Geschäftskunden gilt das nicht.
Das Ärgerliche an der Sache: Man merkt den Preisdruck erst, wenn die Rechnung kommt, und dann ist man in der Eile, die man sich eigentlich sparen wollte. Wer unsicher ist, welche Maschinen bei ihm noch unter Windows 10 laufen und ob die ESU-Registrierung sauber sitzt, hat damit schon die richtige Frage gestellt. Wir schauen uns das gern einmal in Ruhe an – von der Geräteübersicht bis zur ESU-Konfiguration – und melden uns, wenn da noch was hakt. Kontakt.
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Kim Siebert
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